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Gottesdienste
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100 Jahre Gemeinde Gränichen

23.08.2026

Die Fürsorge des Herrn im Tempel Gottes zu erleben, ein besonderes Dankgebet, die kraftvoll vorgetragenen Lieder des Chores sowie die Heilige Versiegelung eines Kindes machten den Jubiläumsgottesdienst zu einem besonderen Erlebnis.

Am 23. August 2026 feierte die Gemeinde Gränichen ihr 100-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst. Apostel Christophe Domenig rief die Gottesdienstbesucher dazu auf, Gott aktiv zu suchen – im Gottesdienst, in der Gemeinschaft und im persönlichen Leben. Darin liege die Grundlage für geistliches Leben, Frieden und neue Freude. Zudem wünschte er der Gemeinde viel Freude auf der Basis von Dankbarkeit.

Licht im Herzen

Zu Beginn seiner Predigt nahm der Dienstleiter den Inhalt eines Chorliedes auf. Jesus Christus lege uns ein Licht ins Herz, ein Licht, das Zuversicht schenke. Daraus richtete er zwei persönliche Fragen an die Zuhörenden:

  • Ist dieses Licht noch in deinem Herzen vorhanden?
  • Kann dieses Licht dein Herz erfüllen und erwärmen?

In einem besonderen Gebet dankte der Apostel dem allmächtigen Gott für seinen Beistand während der vergangenen 100 Jahre, für die vielen Wunder und das Wachstum der Gemeinde. Gleichzeitig bat er um den Engelschutz und um Stärkung für den Ämterkreis, die Geschwister und die Gäste.

Im Tempel Gottes die Fürsorge erleben

Im Zentrum der Predigt stand das Bibelwort aus Psalm 27,4: „Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne, dass ich im Hause des Herrn bleiben könne mein Leben lang, um zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu betrachten.“

Zunächst ging der Apostel auf die Übersetzung des Bibelwortes ein. In anderen Schriften werde von der «Schönheit» beziehungsweise der „Herrlichkeit“ des Herrn gesprochen. Dadurch werde deutlicher, dass der Blick auf Gottes Wirken und seinen Dienst am Menschen gerichtet sei.

Anschliessend erläuterte der Apostel die drei Dimensionen des Tempels:

  • Das physische Haus Gottes als Ort der Begegnung mit Gott und den Mitmenschen.
  • Die Kirche Christi als weltweite Gemeinschaft der Gläubigen.
  • Der persönliche Tempel der Seele, also das geistliche Leben jedes Einzelnen.

In allen drei Dimensionen könne die Fürsorge Gottes erfahren werden.

Der Apostel erklärte, woran sich geistliche Schwäche erkennen lässt: wenn Vergebung zunehmend schwerfällt oder das persönliche Gebet in einen „Winterschlaf“ gerät, sind das Alarmsignale.

Die zentrale Botschaft leitete er aus Amos 5,4 ab: „Suchet mich, dann werdet ihr leben.“ Gott müsse aktiv gesucht werden. Gerade bei geistlicher Schwäche, nachlassender Motivation oder schwindender Gebetskraft sei dieser persönliche Schritt entscheidend. Seelsorgende könnten für die Gläubigen beten und sie begleiten – den Weg zu Gott müsse jedoch jeder Mensch selbst gehen.

Auch in zwischenmenschlichen Konflikten könne und solle Gottes Nähe gesucht werden. Wer sich ihm zuwende, könne Kraft zur Versöhnung erhalten. Gott aktiv zu suchen sei eine lebenslange Aufgabe für das eigene geistliche Leben.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Dankbarkeit. „Die Dankbarkeit ist die Wiege der Freude“, betonte der Apostel. Deshalb gelte es, bewusst nach Gelegenheiten zu suchen, um Gott zu danken.

Die Beständigkeit Gottes

In seinem Predigtbeitrag vertiefte der Bezirksvorsteher die Botschaft mit dem zentralen Gedanken: „Gott bleibt.“

Über die vergangenen 100 Jahre hinweg habe Gott als beständige Kraft gewirkt – und dies werde auch weiterhin so sein. An verschiedenen Situationen aus dem Leben Jesu zeigte der Evangelist, dass Christus den Menschen speziell in schwierigen Situationen nahe blieb. Jesus Christus bleibt auch heute präsent und wendet sich den Menschen zu. Diese Zusicherung gelte auch der Gemeinde und jedem Einzelnen – gerade in Zeiten von Trauer, Zweifel oder Angst.

Die Gemeinde wurde ermutigt, durch intensiveres Gebet, Dankbarkeit und die aktive Suche nach Gott neue Freude und Begeisterung zu gewinnen. Freude führe zu einem aktiven Glauben, der sich in Hilfsbereitschaft, Grosszügigkeit und im Willen äussere, den Glaubensweg bis zum Ziel zu gehen.

Sündenvergebung, Abendmahl und Heilige Versiegelung

Zur Vorbereitung auf die Sündenvergebung erhielten die Gläubigen Zeit, über eigene Fehler und Schwächen vor Gott nachzudenken. Nach dem gemeinsamen Gebet „Unser Vater“ und der Freisprache, folgten die wertvollen Worte: „Der Friede des Auferstandenen sei mit euch.“ Die Zuhörenden wurden eingeladen, diesen Frieden bewusst in das eigene Herz aufzunehmen.

Ein besonderer Moment war die anschliessende Heilige Versiegelung eines Kindes. Die Eltern beantworteten die Frage, ob sie ihr Kind im neuapostolischen Glauben erziehen und es zur Treue gegenüber Jesus Christus anleiten wollen, mit einem aufrichtigen «Ja». Apostel Domenig ermutigte sie, ihrem Kind ein Vorbild zu sein und die Kraft des Gebets für es einzusetzen.

Abschluss und Ausblick

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls und dem Schlussgebet sang der Chor „This Little Light of Mine“, worauf die Gemeinde spontan applaudierte.

Bei seiner Verabschiedung griff Apostel Domenig den Gedanken des Liedes noch einmal auf und gab der Gemeinde einen sinngemässen Wochenplan mit:

  • Am Montag die Liebe suchen
  • Am Dienstag den Frieden suchen
  • Am Mittwoch den Glauben suchen
  • Am Donnerstag die Gnade suchen
  • Am Freitag wachsam bleiben und beten
  • Am Samstag erfahren, was zu sagen ist
  • Am Sonntag zu Gott gehen und die Kraft empfangen, die benötigt wird.

Damit schloss der Festgottesdienst mit einer einfachen, aber eindrücklichen Botschaft: Gott bleibt – und wer ihn sucht, darf seine Fürsorge, seinen Frieden und seine Kraft erfahren.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurden die Besucher mit einem reichhaltigen Apéro verwöhnt. So fand die Feier zum 100-jährigen Bestehen der Gemeinde Gränichen in froher und dankbarer Gemeinschaft ihren Ausklang.