Das Kirchenschiff war festlich geschmückt. Tauben zierten den Blumenschmuck, eine Kerze verbreitete sanftes Licht und das Gefühl von Wärme. Festlich gekleidete Jugendliche - etwas aufgeregt, aber freudestrahlend - sassen mit ihren Lieben in der vordersten Bank.
Vor Gottesdienstbeginn bereitete das Instrumentalensemble mit ihren Musikstücken einen feierlichen Rahmen vor.
Dem Konfirmationsgottesdienst lag das Wort aus Matthäus 10, 32 zugrunde: «Wer nun aber mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel».
Chorgesang als Einstimmung zur Predigt: «Herr ich möchte dir gehören, komm in mein Herz». Die Priesterin begrüsste die Festgemeinde und sprach dann die Konfirmandin, den Konfirmanden persönlich an: «Wisst ihr, der Gottesdienst findet heute hauptsächlich euretwegen statt. Das Versprechen, das JA-Wort, das ihr geben möchtet, ist eine Sache zwischen Gott und euch ganz persönlich».
Wir bekennen uns
Das Thema der Predigt war «Bekennen!» Die Priesterin führte aus, dies könne auf vielfältige Weise geschehen. Ein Anhänger an der Handtasche mit Kirchen-Emblem, eine Trinkflasche mit Aufschrift «Glaube, Liebe, Hoffnung», ein Fisch-Aufkleber am Auto - alles kleine Glaubensbekenntnisse. Vielleicht wird man darauf angesprochen, dann wollen wir zu unserem persönlichen Glauben stehen, davon erzählen. Manchmal kann man so eine Gelegenheit packen, manchmal fehlt der Mut dazu. Oft fürchten wir die Reaktion: Was denken die anderen wenn ich mich als Christ oute? Dinge wie «Kirche = viele veraltete Ge- und Verbote, rigide Sexualmoral» etc. geistern durch die Köpfe. Da können wir mutig aufklären. Wir haben z. B. die Regenbogen-NAK! (Was das ist, könnt ihr selbst erforschen). Statt zu urteilen «das ist falsch» oder gar «du bist falsch», leben wir die Nächstenliebe, wie das Jesus vorgelebt hatte. Er liebte alle Menschen gleich – auch heute noch.
Dazu bekennen wir uns
- zum Glauben an den Gott der Liebe
- zum Glauben an den Gott der Gnade – er sandte uns seinen Sohn, der das Opfer gebracht hat
- zum Glauben an die lebenden Apostel heute – etwas Besonderes in unserer Kirche
- zum Glauben, dass Gott uns zu sich nehmen wird, in sein Reich
Zu all dem sagen wir JA. Die Konfirmanden sprechen ein «Gelübde». Das ist mehr als nur ein Versprechen! «Mit ernstlichem Vorsatz» bedeutet nicht, dass man etwas bei Gelegenheit erledigt. Spricht man von einem «ernstlichen Vorsatz», ist dies ein Fundament, eine (Lebens-) Einstellung.
Dies soll keine Last werden. Die Geistliche ermutigte die Jugendlichen, das Leben «auszuprobieren». Es sei oft so, dass junge Menschen nicht immer in der Kirche anzutreffen seien. Wenn sie aber kommen, machen die Geschwister durch ihre Begegnung mit ihnen, den Unterschied, ob sie sich wohlfühlen oder nicht.
Predigtbeiträge
Ein Priester berichtete von Erinnerungen an seine Konfirmation. Damals habe der Dienstleiter von U-Boot-Christen gesprochen. Solche, die nach der Konfirmation abtauchen und an speziellen Anlässen wie Hochzeit, Taufe oder Beerdigung auftauchen. «Wir freuen uns, wenn ihr in die Kirche kommt», ermuntere er die beiden Konfirmanden. Er beschrieb die Kirche als Konstante der Ruhe, die Gottesdienste als bereichernd und ein Ort, wo sie immer willkommen seien.
Die Konfirmandenlehrerin, eine Diakonin, gab ihrer Freude Ausdruck, die beiden Jugendlichen an ihrem Segenstag vor dem Altar zu sehen. Sie erinnerte an Bilder aus dem vorbereitenden Unterricht. Eines, das verschiedene Krüge zeigte. Solche mit grosser, weiter Öffnung; einige mit dickem Bauch aber engem Flaschenhals. Welcher Krug kann mehr Regen aufnehmen? Es lohne sich, so ihr Rat, die Herzen für das Werk Gottes weit zu öffnen, damit sie entsprechend viel Segen empfangen können.
Nach der Vergebung der Sünden wurde der Brief des Stammapostels an die Konfirmanden vorgelesen. Anschliessend folgte eine kurze Ansprache an die beiden Jugendlichen und sie gaben mit dem Gelübde das Versprechen ab, Gott treu zu bleiben. Danach wurde ihnen der Segen gespendet. Anschliessend folgte die Feier des Heiligen Abendmahls.
Als fulminanter Abschluss der Feierstunde wurde der Song 10'000 Reasons (Lobgesang) elektronisch abgespielt. Die Jugi-Gruppe Mittelland sang begeisternd mit.