Dem Gottesdienst mit dem seltenen Jubiläum lag am Sonntag, 21. Juni 2026, das Bibelwort aus Hebräer 10, 23 zugrunde: „Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheissen hat.“
Der Gemeindechor trug das erste Wunschlied der Jubilare vor: „Himmlischer Friede, kehr bei mir ein“. Danach beschrieb der Geistliche, wie der symbolträchtige Schmuck des Altars ihn berühre und wie auch die gewünschten Lieder des Jubelpaares den Bibeltext ergänzen würden. Er erwähnte, die Segensspendung zum 65. Hochzeitsjubiläum stehe heute im Mittelpunkt. Jedoch werde auch Gottesdienst gefeiert, ein ganz persönliches Fest für die Seele jedes Anwesenden.
Zum Bibelwort
Mit Hinweis auf das Lied des Chores erklärte der Prediger, das Thema von heute sei Zukunftsfrieden. Der Friede Gottes sei unendlich viel mehr als das irdische „Friede, Freude, Eierkuchen“. Danach beleuchtete er die Frage, wonach wir uns im Alltag, in Diskussionen ausrichten würden. Wenn wir unser Augenmerk auf das Gute richten, dient dies unserem Frieden. Mit dem Frieden zu Gott haben wir bereits einen Schatz in unserem Leben. Der Priester verglich dies mit Bethanien, einem „Wohlfühlort“ für Jesus bei seinen Freunden Maria, Martha und Lazarus. Die umfassende Gemeinde der Anwesenden, der Angeschlossenen und jenen aus dem Jenseits, bilden heute einen „Wohlfühlort“. Im Frieden und Einssein können wir die Nähe Gottes im Gottesdienst erleben. Weiter rief er dazu auf, an der berechtigten Hoffnung festzuhalten, die Wiederkunft Christi erleben zu können. Die Formulierung „gab sich Mühe“ in einem Arbeitszeugnis beschreibe höchstens eine befriedigende Leistung. Bei Gott sei dies jedoch der entscheidende Punkt.
Nun berichtete der Seelsorger vom Jubilar: Er hatte in der reformierten Kirche das Taufwort aus 1. Tim. 6,12 erhalten: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.“ Dieses Wort behielt seine Bedeutung für das Jubelpaar durch das ganze Leben. Es sei wegweisend für jeden Christen. Der gemeinsame Weg über 65 Jahre sei oft herausfordernd gewesen. Sie haben sich bis heute nach dem Leitsatz verhalten und sind Vorbilder -„Leuchttürme“ - für die Familie und die Gemeinde.
Predigtbeitrag
Nach dem Chorvortrag eines Taizé-Liedes „Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht – Jesus meine Zuversicht. Auf dich vertrau ich und fürcht‘ mich nicht“ sprach ein Vorsteher aus einer Nachbargemeinde. Er erwähnte das erste Lied des Chores, aus welchem ihm der Begriff „ergreifen“ aufgefallen sei. Bevor man etwas festhalten könne, müsse man es in die Hand nehmen. Es sei besonders wertvoll, das Gute festzuhalten und sich den Reichtum stets vor Augen zu führen: Ich bin getauft, ich darf ein Gotteskind sein, ich bin gesegnet, ich habe Kraft und darf zuversichtlich sein.
Nun griff er die mundartliche Aussage auf: „Heb’s guet“. Den Wunsch, „du sollst es gut haben“, ergänzte er mit der Bezeichnung „ du sollst es – das Gute - gut festhalten“.
Nach dem sakramentalen Teil mit Sündenvergebung und Feier des Heiligen Abendmahles leitete der Chor mit dem Lied „Kennst du den Freund“ die Segensspendung ein. Der Dienstleiter beschrieb, wie sich die Eheleute gegenseitig gestärkt und unterstützt haben. Sie waren in der Kirchgemeinde viele Jahre sehr engagiert in verschiedensten Funktionen und Aufgaben. Den Glauben und das Beispiel der Nächstenliebe legten sie auch in ihre Kinder und Enkel. Nach der Spendung des Segens anlässlich des eisernen Hochzeitjubiläums, überbrachte ihnen eine Urenkelin einen wunderschönen Strauss.