Die Geschichte des verstorbenen Lazarus und dessen Auferweckung durch Jesus Christus, dienten der Predigt als Fundament. Bibelstelle aus Johannes 11, 43: «Dann rief er laut: »Lazarus, komm heraus!«
Hauptlied des Chores: «Als ich Gott um Glauben bat, gab er mir den weisen Rat …» Einleitend ging der Geistliche auf den Text des Liedes ein. Ratschläge zu befolgen, sei oft schwierig. Dazu sind Vertrauen und Zuversicht nötig - manchmal schaffen wir das, manchmal nicht. In Prüfungen, oder wenn wir verletzt wurden, verlieren wir manchmal die Fassung. Vielleicht entfernen wir uns dann von Gott, verlassen die Gemeinschaft, oder gehen weg von der Kraftquelle. Leider entwickeln sich viele Menschen zu Individualisten oder gar Egoisten. Das kommt auch in der Kirche vor. Bedauerlicherweise verlernen wir dadurch, einander zu schätzen, zu stützen, beizustehen, zu tragen und Hilfe zu leisten. Dies würde uns jedoch stärken und das Schwungrad der Freude ankurbeln. Mit Nachdruck legte uns der Apostel ins Herz: «Die Gemeinde braucht dich und DU brauchst die Gemeinde»! Gott sagt uns immer wieder: Vertraue mir. Der Dienstleiter verwies auf Sirach 39.33: «Die Werke des Herrn sind alle gut, und alles, was nottut, wird er zur rechten Zeit gewähren.»
Merkpunkte zum Bibelwort
Als Jesus zum kranken Lazarus gerufen wurde, ging er nicht sogleich. Er erklärte, Lazarus sei nicht krank zu seinem Tode, sondern um die Kraft und die Grösse des Vaters zu zeigen. Dann rief er zum Toten im Grabe: «Lazarus, komm heraus»! Die Bibel berichtet von manchen, die in einem «Loch» steckten. Sie mussten raus, um gesegnet - und um anderen zum Segen - zu werden. Um dem Ruf Gottes zu folgen, brauchte es Glauben und Zuversicht.
Beispiele:
- Abraham hegte berechtigte Zweifel bezüglich seiner Nachkommenschaft. Er steckte fest in den irdischen Erfahrungswerten, vertraute aber Gott und wurde Stammvater des Volkes Israel.
- Lot musste hinaus aus Sodom und Gomorra, um errettet zu werden.
- Mose und das Volk Israel mussten ausziehen aus Ägypten. Zuerst waren sie begeistert, auch über die erlebten Wunder. Doch als der Weg lang wurde, begannen sie zu murren.
- Elia hat 450 Baalspriester herausgefordert und in die Knie gezwungen. Deshalb wurde er verfolgt, musste fliehen und versteckte sich in einer Höhle. Gott forderte ihn liebevoll auf «Elia, komm heraus!» und stärkte ihn durch einen Engel.
Der Apostel nannte einige "Löcher", in denen wir feststecken oder uns gar freiwillig verschanzen könnten:
- Ungerechtigkeit, Unversöhnlichkeit könnten lähmen oder gar wütend machen. Komm heraus, denn durch Vergeben ist Weiterkommen und Frieden möglich.
- Untröstlich sein und die Hilfe Gottes nicht annehmen wollen oder können. Statt Rückzug aus der Gemeinde kannst du dich einbringen und erleben, wie Freude und Kraft zurückkehren.
- Trauer darf sehr wohl sein, muss ihren Platz haben. Nimm aber Gottes Trost an und komm heraus aus dem Loch, damit der Segen Gottes an dir wirken kann.
Der Dienende kam nochmals auf Lazarus zurück und erklärte, dass zuerst der Stein vom Grab weggenommen werden musste, bevor er aus dem Grab heraustreten konnte. Oft gelte es, Steine wegzuräumen, um den Weg freizumachen. Dazu dient das Gebet.
Haben wir den Ruf des Apostels gehört und nehmen wir diesen ernst? Verlassen wir unsere Höhle! Vielleicht ruft dir der himmlische Vater auch mal zu: «Komm heraus, du bist am falschen Ort». Kain hörte die Warnung vor der Sünde, aber der Neid war stärker. Dieser tötet Nächstenliebe, Ideen oder das Vertrauen in den Nächsten. Verlassen wir dieses Loch hin zur Freiheit, zu Freude, zu Bewegung und neuer Motivation. Freude und Kraft finden wir, wenn wir sie suchen.
Feier des Heiligen Abendmahls
Der Apostel betonte: Auch vor dem Abendmahl ruft uns der Herr zu: Komm heraus! Schlechte Erfahrungen wieder und wieder zu erzählen, tötet auch. Wer so handelt, hat den Sinn des Abendmahles nicht verstanden. Lasst uns versöhnlich sein, auch die Lieblingssünden ablegen und vor jedem Abendmahl bewusst die Entscheidung treffen, mehr nach Gottes Vorbild zu handeln. Das dient uns, dem Nächsten und den Geschwistern zum Segen.