Gränichen

Töndler 1

5722 Gränichen

lehner.hermann@gmail.com

Routenplaner

Gottesdienste
Sonntag 9.30 Uhr
Mittwoch 20.00 Uhr

Lehren und lernen

01.06.2025

Wechselnde Gefühle durchzogen die Herzen der Kirchenmitglieder von Gränichen am 1. Juni 2025. Einerseits Freude über den Besuch und das Dienen des Bischofs, andererseits Wehmut über die Ruhesetzung des ehemaligen Gemeindeleiters.

Der Bischof las das Bibelwort aus Psalm 143, Vers 10: «Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn.» Das wohlbekannte Lied des Chores: «Ziehe deine Schuhe aus, denn der Ort wo du stehst, ist heilig!» bereitete den Einstieg in die Predigt.

 

Dienen des Bischofs

Bezugnehmend auf das verklungene Lied betonte der Bischof, der Inhalt, welcher diesen heiligen Ort beschreibt, sei keine Aufforderung, sich des Schuhwerks zu entledigen. Der Ort sei jedoch tatsächlich heilig! Die Aussage «Schuhe ausziehen» könnte man umformulieren in «sich vorbereiten». Es gilt, sich bewusst zu machen, dass ein Gottesdienst etwas ganz Besonderes ist, worauf wir uns vorbereiten wollen. Hier können und wollen wir Gemeinschaft pflegen, intensive Momente erleben, welche vom Heiligen Geist und der Liebe Gottes geprägt sind. Schön ist, wenn wir das, was wir hier hören, auch umsetzen. Das Wesen Christi soll an uns erkennbar sein.

Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen

Lehren hat mit Lernen zu tun. Wir lernen während unseres ganzen Lebens. Manches fällt leicht, weil wir mit Enthusiasmus und Begeisterung dabei sind! Manches lernen wir mühsam. In der Schule lernen die Schüler nicht immer freiwillig. Das eine oder andere Fach bereitet Kopfzerbrechen, und oft fehlt wohl auch die Motivation, um alle anstehenden Aufgaben zu erledigen.  

Wie erleben wir das Lernen in der Kirche? Mit welcher Begeisterung, welcher Motivation kommen wir in den Gottesdienst, um neue Erkenntnisse zu erlangen? Wollen wir Gottes Wort erleben und annehmen? So könnten wir Jesus immer ähnlicher werden und unsere Fähigkeiten erweitern.

Erhalten wir im Gottesdienst Aufgaben, die uns zu mühsam erscheinen? Nehmen wir mit, was uns gesagt wird. Gott begleitet uns, wir dürfen ihm vertrauen. Lernen heisst auch, sich zu bemühen – das schaut Gott an.

…denn du bist mein Gott…

Bei manchen Fragen konsultiert man einen Ratgeber in Form eines Buches oder erkundigt sich bei einem Freund oder einer Vertrauensperson. Wir beziehen auch Gott mit ein, lassen unser Leben durch ihn prägen und lassen ihn in unserem Alltag wirken. Dazu braucht es Momente der Stille, in denen wir uns mit Gott verbinden. Den Impulsen daraus dürfen wir vertrauen und können sie zuversichtlich umsetzen.

…dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn…

Wir tragen in uns den Heiligen Geist, der uns im Glauben führt. Dazu brauchen wir Vertrauen. Wir verlassen uns auf Gott, der uns sicher zum Ziel unseres Glaubens führt.

Im Irdischen gibt es

  • einfache Wege, auf welchen man die Gegend bewundern kann
  • steinige und holprige Wege, wo wir aufpassen und achtsam sind
  • Wege, die als solche kaum mehr erkennbar sind, wo jede Markierung, jeder Wegweiser wichtig und wertvoll ist.

Wie achtsam sind wir auf dem Glaubensweg unterwegs, welche Einflüsse sind da? Nehmen wir die Gottesdienste immer wieder als Orientierungspunkte und Kraftquellen an.

Predigtbeiträge

«Famous last words», begann der Hirte, habe er sich keine überlegt. Bei ihm stehe die Dankbarkeit zuoberst. «Ich freue mich auf den Ruhestand und bin dankbar für alles, was der allmächtige Vater geschenkt hat!» Er bedankte sich bei allen ganz herzlich, die ihn begleitet und gefördert haben. Rückblickend erwähnte er die vielen schönen Anlässe, die in der Gemeinde gefeiert werden konnten. Er wünschte allen Anwesenden weiterhin den Frieden in der Gemeindefamilie.

Der Bezirksvorsteher berichtete, dass sich die Geschwister während des Besuchs im Vorfeld der Ruhesetzung geäussert hätten, dass es ihnen gut gehe. Was auch immer in ihrem Leben geschehen sei, es sei immer gut ausgegangen. Dies unterstreiche das Textwort. Dem Hirten sei seine Familie wie auch die grosse Gemeindefamilie stets wichtig gewesen und Gott sei im Zentrum gestanden. Sie liessen sich führen und durften den himmlischen Vater immer wieder erleben.

 

Ruhesetzung

Der Bischof dankte dem Hirten, seiner Gattin und der Familie für das grossartige Engagement in der Kirchgemeinde. Er hob die Herzlichkeit des Hirten hervor und betonte seinen immerwährenden Effort für den Frieden in der Gemeinde. Er sei darin ein grosses Vorbild!

Ein farbenfroher Blumenstrauss, überbracht von Sohn und Enkel des Hirten, verliehen der Ruhesetzung einen besonderen Glanz.

Chor und Orchester ergänzten den besonderen Festgottesdienst und leiteten zum Apéro über. Hier wurde noch viel gratuliert, auf die Schultern geklopft, umarmt und auch eine neue Zeitspanne eingeläutet.